Interview mit Sabine Runge / Jessica Lohmann

03:00

Ich durfte mit Sabine Runge wieder eine Autorin von telegonos publishing auf meinem Sofa begrüßen. Sie schreibt unter dem Pseudonym Jessica Lohmann.

Hallo Sabine! Ich freue mich dich hier begrüßen und interviewen zu dürfen!

Ganz meinerseits Astrid. Ich freue mich, dass du mich zu einem Interview eingeladen hast.

Könntest du dich unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen?

Sicher. Ich bin eine neugierige, motivierte Frau, die immer gerne neue Ideen nicht nur schriftlich umsetzt, sondern auch musikalisch, bildlich und schauspielerisch. Ich habe viel Spaß daran neue Dinge zu entdecken und diesen auch nachzugehen.
Seit einigen Jahren habe ich auch die Zeit dafür. Das war nicht immer so. Ich bin verheiratet, Mutter zweier Söhne. Beruflich war ich als Lehrerin und Diplom Psychologin tätig. Gut, da schrieb ich natürlich auch schon. Aber keine Geschichten, sondern Befunde oder Schulberichte, Korrektur von Schultesten uvm.
Um kurz auf meine Kindheit zurückzukommen. Meine ersten kleinen Geschichten brachte ich bereits im Alter von acht Jahren zu Papier. Zu dem Zeitpunkt war aber die Musik meine große Leidenschaft, das Schultheater und die Schülerzeitung. Ansonsten bin ich eine ganz normale Frau die gerne mit ihren Mann verreist, kocht, Freunde trifft und unseren Hund Gassi führt.

Schreibst du Hauptberuflich als Autor oder hast du noch einen Brotjob?

Ich bin keine Berufsautorin. Aber ich liebe es, Wörter so zusammenzusetzen, dass daraus eine Geschichte wird. Leider befinde ich mich im Vorruhestand. Bin aber an einer Grundschule stundenweise tätig.

Wie sieht dein Alltag aus?

Zum Glück kann ich gut organisieren. Ich führe ein regelmäßigen Tagesablauf. Da mein Mann berufstätig ist, muss ich viele Dinge alleine erledigen, die anfallen. Früh aufstehen, Hausarbeit, Hund Gassi führen, Mittags nehme ich nur eine Kleinigkeit ein. Dann gönne ich mir eine Tee Pause, da ich ostfriesischer Abstammung bin. In der Zeit bin ich sehr kreativ und mir fallen viele neue Dinge ein, die ich schriftlich festhalte. Entweder schnell mit Stift und Papier oder am PC.
Am Nachmittag widme ich mich wieder unserem Hund. Irgendwann trudelt mein Mann ein. Dies und das wird besprochen. Nach dem Abendessen schreibe ich an meinen Geschichten oder ich spiele Klavier/Keyboard. Ferner komponiere ich für meine Bücher, für mich, für andere. Oder ich male Illustrationen für meine Bücher oder male Gemälde auf Leinwände. Texte für Filmdrehs muss ich ebenfalls auswendig lernen.
Ich setze mich auch für Hunde ein. Je nach Lust und Laune befasse ich mich mit meinen Hobbys. Wenn ich nicht schreibe, dann male ich, oder ich komponiere. Außerdem bin ich hier und da zu Filmdrehs unterwegs.

Was magst du, was magst du gar nicht und was ist dir wichtig?

Ich mag:
Zuerst einmal liebe ich meinen Mann, meine Kinder und Tiere. Vor allem Hunde. Zudem erfreue ich mich, wenn ich eine Geschichte beendet habe. Ein gutes Bild gemalt habe. Eine Komposition gelungen ist und ich dann im Tonstudio meinen Gefühlen freien Lauf lassen kann.
Meine Seele lasse ich gerne bei Spaziergängen baumeln, oder ich lasse es mir einfach in unserem Garten beim Grillen oder Relaxen auf der Gartenliege gut gehen.
Aber das fällt mir nicht leicht. Zum einen habe ich zu viele Ideen im Kopf. Zum anderen steht dort mein Laptop, meine Staffelei, mein Klavier und andere Musikinstrumente. Zu allerletzt guckt mich unsre Hündin mit ihrem entzückenden Dackelblick an, den man nicht widerstehen kann. Also fahre ich mit Mann und Hund zum Hundestrand. Ferner unterhalte ich mich gerne mit guten Freunden über Musik, Kunst und alles was mit Filmemacherei zu tun hat. Autoren habe ich keine im Freundes oder Bekanntenkreis. Ich bin froh Lehrerkollegen als Freunde betiteln zu dürfen, die wie ich die Einfachheit lieben. Folglich sehen unsere Unterhaltungen ebenso aus. Kein Fachlatein. Nein wir unterhalten uns eines natürlichen Wortschatzes.

Ich mag nicht:
Langeweile. Ist bei meinen Hobbys unmöglich. Ich mag keine Menschen, die lügen, hinterlistig und faul sind. Ebenso Menschen, die sich verbal sehr hoch gestochen ausdrücken. Arrogante, eingebildete Personen ignoriere ich gerne. Trotz, dass mein Vater Berufsschullehrer, meine Mutter in der Anwaltskanzlei ihres Vaters als Chefsekretärin tätig war, schreibe ich gerne im einfachen Stil.
Hundehasser oder besser allgemein Tierhasser mag ich erst recht nicht. Leider gibt es hier sehr viele davon.

Was ist mir wichtig?
Mir ist es wichtig, dass es meiner Familie gut geht, wobei ich unseren Hund als Familienmitglied mit einbeziehe. Gute Geschichten zu Papier bringe, sodass der Verlag zufrieden ist und meine Leserschaft ebenfalls. Ebenso wichtig ist mir die Bildmalerei. Meine Bilder und Buchillustrationen sollen anderen Freude bereiten. In Punkt Filmdreh ist es mir sehr wichtig, dass ich textsicher bin und meine Rolle gut spiele.

War es schon immer der Plan gewesen zu schreiben oder bist du auf Umwegen dazu gekommen? Was war der springende Moment dafür zu sagen: "Jetzt will ich es veröffentlichen!"?

Geschrieben habe ich von Kind an. Regulär kam ich zum Schreiben, als meine Hündin ihren ersten Wurf hatte. So kam ich auf die kuriose Idee für die neuen Hundehalter eine Art Hundebabybuch zu verfassen. Der Prototyp war die Mappen Form. Jedem Hundekäufer schenkte ich ein Exemplar. Das kam richtig gut an. Und so schrieb ich voller Freude mein erstes Buch, das Hundelebensbuch. 2011 wurde es veröffentlicht. Danach schrieb ich eine Kinderweihnachtsgeschichte, die über einen Verlag publiziert wurde. Band 1 meiner Kinderzaubergeschichten wurde wiederum von einen anderen Verlag veröffentlicht. Ein Autorenkollege, der für den Telegonos - Verlag Kindergeschichten schreibt, suchte nach eine Zeichnerin. Ich zeichnete für ihn die Innenbilder seiner Geschichte und gestaltete das Buchcover. Mein Band 2 der Kinderzaubergeschichten publizierte der Telegonos –Verlag. Seitdem schreibe ich für den Telegonos – Verlag. Der Entschluss stand fest, von nun an schreibe ich erst einmal Kinderbücher.

Unterstützen dich deine Familie und Freunde, oder wissen die gar nicht, dass du schreibst?

Meine Kinder wohnen nicht in meiner Nähe. Unterstützen können sie mich nicht. Mein Mann unterstützt mich sehr. Er bügelt auch schon mal die Wäsche, während ich schreibe. Er gibt mir auch mal Tipps. Bei Lesungen ist er meist dabei, je nachdem wie sein Arbeitstag aussieht. Freunde kommen ebenfalls zu Lesungen.

Wenn du gerade mal kein Buch in der Hand hältst oder eins schreibst, wo und wie erlebt man dich dann?

Astrid, komme gerne mal vorbei und du wirst ein Wirbelwind erleben. Wenn ich weder lese noch schreibe, wie ich es schon oben schrieb, male ich, musiziere ich, übe Filmtexte, beschäftige mich mit dem Hund. Zudem versorge ich meinen Mann, höre mir die Sorgen meiner Kinder an, bin mit Haushalt beschäftigt, plane Urlaubsreisen, erledige wichtigen Schreibkram - kurz ich muss viele Dinge in viel zu wenigen Stunden packen.

Welche 3 Sache und welche 3 Bücher würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Da brauche ich nicht lange zu überlegen. Stifte und Papier, damit ich Geschichten schreiben kann und Bilder von der Insel malen kann. Mein Klavier, damit meine Musik nicht auf der Strecke bleibt. Eine Werkzeugkiste – inklusive Gewehr damit ich jagen gehen kann und mir eine Behausung bauen kann.
Bücher? Ich dachte es gibt viel anderes auf einer Insel zu entdecken. Aber ich hätte dann viel Zeit zum Lesen. Wann kriege ich das Ticket? Im Ernst? Also: Ich liebe Biographien.

Buch 1. Beethoven,

Buch 2. Mozart,

Buch 3. Otto Waalkes, damit ich viel Lachen kann.

Hast du ein Idol? Wenn ja, wen und wieso?

Astrid Lindgren und Otto Waalkes. (Wobei er ja nicht nur als Autor unterwegs ist). Er schrieb mit einem CO-Autoren viele Bücher und Comics.
Astrid Lindgren, sie mochte Kinder, ich ebenfalls. Sie schrieb nicht nur lustige Kindergeschichten, nein, es gibt zu ihren Büchern auch Lieder. Ebenso Filme. Genau diese drei Dinge sind tief in mir. Durch meine Buchlesungen kam ich auf die Idee, dass ich zu meinen Kinderzaubergeschichten Lieder komponierte. Die Songs lockern eine Lesung auf. Ich gebe meiner Hörerschaft über die Lieder etwas von meinen Geschichten preis. Das macht neugierig. Vor allem kam und kommt das immer sehr gut an.
Von Filmen meiner Geschichten bin ich leider noch weit entfernt. Aber es wird demnächst von mir ein eigens gedrehten Märchen Clip für Otto Waalkes geben. In den Neunziger Jahren drehte ich zig Musikvideos mit meinen Kindern und erwachsenen Chören. Ebenso Instrumentalmusik.
Otto Waalkes. Ich liebe seine Art. Seine Einfachheit, seine Schlagfertigkeit. Ich bin gespannt auf sein neues Buch: Kleinhirn an Großhirn. Auch hier spiegelt sich das Schreiben, die Musik, die Schauspielerei und sogar die Bildmalerei wieder. Denn Otto Waalkes ist ein Schauspieler, Musiker, Komponist, Autor, Synchronsprecher und zu guter Letzt Kunstmaler.

Welchen berühmten Autor/in würdest du gerne mal zum Essen einladen?

Mit Astrid Lindgren werde ich Essen gehen, wenn ich das Zeitliche segne.
Mit Otto Waalkes, seinem Manager sowie der Produzent gehe ich im August 2018 Essen. Ich bin eingeladen.

Eine klassische Fangfrage: bist du der eBook- oder Print-Fan?

Ganz klar Print. Einen Reader besitze ich gar nicht. Der wäre doch für eine einsamen Insel nicht wirklich geeignet. Nein es liegt daran, dass ich ein Buch berühren muss, es riechen muss, mit den Fingern auch mal über die Buchstaben, Bilder fahren kann.

Wie siehst du die Entwicklung bei den eBooks, insbesondere bei der Piraterie oder auch der Möglichkeit ein eBook auch noch nach Wochen zurückgeben zu können?

Da ich keinen Reader besitze, kann ich mich wenig bis gar nicht dazu äußern. ich wusste nicht, dass man sie auch wieder zurückgeben kann. Das stelle ich mir schwierig vor, denn wie soll man dann die gespeicherte/n Geschichte/n lesen?

Wenn eines deiner Bücher verfilmt würde, wer sollte die Hauptrollen spielen?

Wenn man schon selbst schauspielern kann, logisch ich selbst. Ferner die ich mag, weilen nicht mehr unter uns wie: Robin Williams, Lorne Greene, Michael London, Viktor French, Pernell Roberts. Mit Otto Waalkes dabei wäre das ein interessantes Gespann.

Erzähle uns doch bitte etwas über dein aktuelles Buch.

Ich schreibe derzeit an einem Western mit einer heutigen Hintergrundgeschichte. Es handelt von zwei achtzehnjährigen Freunden. Der eine befindet sich in einer Ausbildung, ist fleißig und hilfsbereit. Sein Freund ist das Gegenteil. Er besitzt keine Perspektive, lebt bei Mutti zu Hause und lässt sich bedienen. Damit er sein Leben in dem Griff bekommt, wagen die zwei einen Zeitsprung in den Wilden Westen. Was die zwei im Wilden Westen erleben wird sehr lustig aber auch spannend.
Es soll ein Werk für jung und alt werden.

Woher kommen die Ideen für deine Geschichten?

Sie sind einfach in mir drin. Sie sprudeln meist aus mich heraus ohne Nachzudenken. Die besten Ideen ergeben sich jedoch zwischen Betten machen und Kartoffeln schälen.

Wie viel von dir steckt in deinen Protagonisten?

Noch kann ich nicht mit dem Besen fliegen oder Zeitsprünge genießen. Doch so manchen Streich findet man ähnlich in meinen Büchern wieder. Ich würde sagen: so achtzig Prozent.

Mit welchem deiner Protagonisten würdest du gerne einen Tag verbringen?

Mit allen, die in meinen Büchern vorkommen.

Wie lange brauchst du für eine Geschichten - vom ersten Satz bis zur Endfassung?

Das kommt auf die Seitenzahl an. Im Schnitt besteht eine Kindergeschichte aus fünfzig Seiten. Wenn ich erst einmal mit dem Schreiben beginne, ist es schwierig mich davon loszureißen. Ich benötige ca. sechs Wochen für eine fertige Kindergeschichte. Im Buch befinden sich jeweils drei Geschichten. Drei bis vier Monate sitze ich an einem Buch. Dann kommen die Illustrationen und das Buchcover dazu. Alles zusammen ca sechs Monate. Die Westerngeschichte wird länger dauern.

Gibt es beim Schreiben etwas, worauf du sehr großen Wert legst? Vielleicht eine Tradition oder Aussage?

Ruhe, absolute Ruhe. Kein TV oder Radio im Hintergrund. Telefonate nehme ich nicht entgegen. Mein Mann kennt mich und lässt mich in Ruhe. Sogar mein Hund weiß ,,Aha“, Frauchen schreibt und braucht Ruhe. Sie legt sich dann neben den Kamin und lauscht dem Geklapper am Laptop.

Was machst du bei einer Schreibblockade?

Musizieren, Malen, TV schauen, mit meinen Mann und Hund Gassi/Spazieren gehen. Telefonieren mit unseren Söhnen. Hausarbeit oder in den Sommermonaten Gartenarbeit.

Würdest du auch mal versuchen wollen in einem anderen Genre zu schreiben?

Bin gerade dabei mit dem Western. Unter anderen schrieb ich ein Schulunterrichtsbuch für das Fach Musik. Geplant ist eine Geschichte über eine Wohngemeinschaft im realen Leben. Eine Hundegeschichte für Jugendliche. Auf keinen Fall Thriller, Krimis oder Liebesromane.

Wie wichtig sind Rezensionen für dich?

Wer träumt nicht von einem Bestseller? Im Grunde finde ich es jedoch sehr wichtig zu erfahren, wie ein Buch gelesen und aufgefasst wurde. Rezensionen sind mir nicht so wichtig.

Was ist als nächstes geplant und gibt es vielleicht sogar einen kleinen Tipp ;) ?

Nach dem Western folgt eine lustige Hundegeschichte, sowie ein zweites Schulbuch. Zudem stehen Kindergeschichten für unsre ganz kleinen auf dem Plan.

Gibt es noch etwas, das du loswerden möchtest? Dann nur zu!

Ja. Da ich mit Filmemachern zusammen arbeite, zeigt man Interesse, die in Planung liegende Geschichte über eine Wohngemeinschaft zu verfilmen. Ich lasse mich überraschen.

Vielen Dank für dieses Interview Sabine! Wir freuen uns schon mehr von dir zu hören <3

Ich danke dir für das nette Gespräch und wünsche dir ebenfalls alles Gute für die Zukunft.





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