Interview mit Rafael Eigner

21:26

Heute hatte ich wieder viel Spaß auf meinem Lesesofa. Ich hatte Rafael Eigner zu Besuch. Er ist genauso lustig, humorvoll und sympathisch, wie der Protagonist Benny Brandstätter aus seinem Debütroman Kammerflimmern und Klabusterbeeren. Die Rezi dazu werde ich auch demnächst hier einstellen.

Hallo Rafael! Wir freuen uns dich hier begrüßen und interviewen zu dürfen!

Rafael: Ich danke für die Einladung und das Interesse an meiner Arbeit.


Könntest du dich unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen?

Rafael: Ich bin der klassische, ungebundene Mittdreißiger im Kampf gegen die Wirren und Laster der immer komplexer werdenden Männerwelt. Weil ich mich noch zu jung für eine Autobiographie fühle, habe ich darüber eben einen Roman geschrieben.


Schreibst du Hauptberuflich als Autor oder hast du noch einen Brotjob?

Rafael: Da es mein erstes Buch ist und ich bisher ohne verhungern oder reich heiraten was zu beißen hatte: Es gibt den echten Job. Unglaublicher Weise bin ich tatsächlich ein richtiger Arzt in einer richtigen Klinik und behandle tagtäglich Menschen.

Was magst du, was magst du gar nicht und was ist dir wichtig?

Rafael: Wichtig und mag ich: reisen, frische Luft mit Kaffee oder Wein, lesen, schreiben und die Zeit mit Menschen verbringen, die mich zum Lachen bringen und inspirieren. Schlimm: Zeit mit monotonen, unwichtigen Dingen verbringen wie: Bürokratie, Hausputz usw. und Menschen die mir meine Zeit stehlen. Um es mit einem Zitat von Robin Williams auszudrücken: I used to think the worst thing in life was to end up all alone, it´s not. The worst thing in life is to end up with people that make you feel all alone.

War es schon immer der Plan gewesen zu schreiben oder bist du auf Umwegen dazu gekommen? Was war der springende Moment dafür zu sagen: "Jetzt will ich es veröffentlichen!"?

Rafael: Das mit dem Roman über einen Notarzt war eine Idee, die anlässlich eines Abendessens mit meiner Co-Autorin, die inkognito bleiben möchte, geboren wurde. Wir beide haben uns bei der Arbeit morgens um halb vier kennengelernt, als ich eine Schnittwunde an ihrer Hand genäht habe und kamen ins Erzählen. Dabei fiel der legendäre Satz: Darüber sollte man ein Buch schreiben! Aus dieser Wundversorgung wurde eine Freundschaft und bald darauf der Roman Kammerflimmern und Klabusterbeeren, der im August veröffentlicht wurde.


Die Idee, das Manuskript tatsächlich zu veröffentlichen kam aber erst viel später, als wir es einigen Probelesern gegeben hatten und das Feedback immer überraschend positiv ausfiel. Damit hatten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet, aber die Freude war selbstverständlich groß. Schließlich ist es für uns beide das erste Buch und jeder Autor kennt diese Selbstzweifel an seinem ‚Werk‘.

Unterstützen dich deine Familie und Freunde, oder wissen die gar nicht dass du schreibst?

Rafael: Die Anfänge habe ich gemacht, ohne mich als Nachwuchsautor zu outen. Nach und nach haben es aber die engsten Familienmitglieder und Freunde erfahren. Schließlich musste ein Teil davon auch als Versuchskaninchen herhalten und lesen! Netter Weise hat mir keiner die Freundschaft danach gekündigt!


Wenn du gerade mal kein Buch in der Hand hältst oder eins schreibst, wo und wie erlebt man dich dann?

Rafael: Entweder bei der Arbeit, joggend im Wald, chillend mit Musik und Kaffee oder Wein in die Landschaft schauend, segelnd auf dem Wasser oder tauchend darunter und natürlich so oft es geht auf Konzerten.


Welche 3 Sache und welche 3 Bücher würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Rafael: Mac-Gyver-Taschenmesser, Weinrebe, Espressomaschine

Unter dem Vulkan (Malcolm Lowry), Tiger fressen keine Yogis (Helge Timmerberg), Kings of Cool (Don Winslow)

Mit welchem deiner Protagonisten würdest du gerne einen Tag verbringen?

Rafael: Ich würde gerne mit Dobro, dem Gitarristen mit den Dreadlocks, einen Abend durch Musikkneipen ziehen!

Hast du ein Idol? Wenn ja, wen und wieso?

Rafael: Bruce Lee. Wegen seiner absoluten Zielstrebigkeit, weil er keine Furcht vor großen Kämpfen hatte, und seiner totalen Hingabe für Perfektion

Welchen berühmten Autor/in würdest du gerne mal zum Essen einladen?

Rafael: Sven Regener - Die Kombination aus Autor und Songwriter macht ihn sicher zum perfekten Promi-Dinner-Kandidat bei mir zu Hause.

Eine klassische Fangfrage: bist du der eBook- oder Print-Fan?

Rafael: Print auf jeden Fall. Mit einem eBook kann man keine Mücken totschlagen! Nein, im Ernst: Ich habe mit Büchern lesen gelernt und es ist mir bis heute ein Bedürfnis, ein Buch in der Hand zu halten und richtige Seiten umblättern zu können. Außerdem bekommen die Lieblingsbücher einen besonderen Platz im Regal.

Wenn eines deiner Bücher verfilmt würde, wer sollte die Hauptrollen spielen?

Rafael: Elyas M’Barek wäre der absolute Favorit für die Rolle des Benny (das muss ich hier sagen, weil die Co-Autorin mich dazu gezwungen hat, sie möchte ihn nämlich kennen lernen).

Erzähl uns doch bitte etwas über dein aktuelles Buch.

Rafael: In meinem Roman Kammerflimmern und Klabusterbeeren erzählt der Assistenzarzt Benny Brandstätter locker und mit viel Selbstironie aus seinem leicht chaotischen Dasein als Single in der Großstadt Stuttgart und als Assistenzarzt in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Benny ist Hobbymusiker und Musik ist seine Leidenschaft. Darüber hinaus liebt er Frauen und seinen Beruf, aber die Damenwelt und seine Patienten machen ihm das Leben oft nicht einfach. Schließlich lernt er Ricky kennen, eine Immobilienmaklerin, die auf Mallorca wohnt und die ihn von der ersten Minute an fasziniert. Sie bringt ihn zum Lachen, bereichert sein Leben wie keine Frau zuvor und begleitet ihn per Chat fortan durch seinen Alltag. Er möchte Ricky unbedingt treffen, aber diese scheint ein Geheimnis zu haben, das ihm keine Ruhe mehr lässt.


Woher kommen die Ideen für deine Geschichten?

Rafael: Die Inspirationen kommen von überall her, aber besonderer Dank gilt meiner Co-Autorin, die mich in inspirierenden Gesprächen und Chats auf immer wieder neue Ideen gebracht hat. Aber auch beim Feiern mit Freunden, fernsehen, im Supermarkt an der Kasse, im Umgang mit Patienten, kamen mir die Einfälle für das Buch. Die Idee für den Namen des Protagonisten und seines Bruders, Benny und Björn, hatte ich zum Beispiel während einer TV-Doku über ABBA.

Wie viel von dir steckt in deinen Protagonisten?

Rafael: Ich schätze mal 87,5% - nein, ganz so viel wahrscheinlich dann doch nicht. Aber in puncto Humor, Hang zum Hedonismus und der Begeisterung für Musik sind wir uns sehr ähnlich.

Wie lange hast du dafür gebraucht - vom ersten Satz bis zur Endfassung.

Rafael: Den ersten Satz habe ich im April 2014 geschrieben und das Manuskript stand im September 2014. Danach habe ich noch ein ganzes Jahr an der Endfassung rumgefeilt. Ich habe jeden Satz x-mal gelesen und immer wieder verbessert, bis mich nichts mehr daran gestört hat.


Beim Schreiben: gibt es da etwas, worauf du sehr großen Wert legst? Vielleicht eine Tradition oder Aussage?

Rafael: Ich brauche zum Schreiben absolute Ruhe. Tür zu, Handy aus. Ich bin immer erstaunt, dass viele bei Musik schreiben können. Ich schreibe übrigens nie am Schreibtisch, sondern immer bequem auf meinem Sofa oder auf dem Balkon. Wobei mir die besten Ideen, gerade Dialoge und Formulierungen, morgens im Bett oder beim Joggen einfallen. Die muss ich allerdings gleich in Stichworten festhalten, sonst sind sie weg.

Was ist als nächstes geplant und gibt es vielleicht sogar einen kleinen Tipp ;) ?

Rafael: Die Fortsetzung von Kammerflimmern und Klabusterbeeren habe ich bereits angefangen. Es gibt einige dramatische Veränderungen in Bennys Leben, aber was genau, wird noch nicht verraten. Es ist geplant, den Nachfolgeroman im Spätjahr 2016 zu veröffentlichen.

Vielen Dank für dieses Interview Rafael! Wir freuen uns schon mehr von dir zu hören <3

Rafael: Vielen Dank, dass ich hier auf dem Sofa Platz nehmen durfte!



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