Blogtour: Blutrune - die Entstehung

06:38

Eine Geschichte ist immer ein Teil des Autors, ob sie erst noch im Kopf reift, oder bei der Buchhandlung im die Ecke erhältlich ist. Als Leser weiß man erst davon, wenn man es als eBook oder Taschenbuch in den Händen hält. Aber was passiert, dass aus einer kleinen Stimme, einer Idee im Kopf ein Roman entsteht? Wenn man die Entstehungsgeschichte, das Leiden eines jeden einzelnen Autors kennt, so sieht man den Roman aus einem völlig anderen Blickwinkel, der den Horizont massiv erweitert. Goethe sagt eins: „Man erkennt den Autor aus der Schrift vielleicht deutlicher, als aus dem Leben.“

Genau darum geht es heute! Herzlich Willkommen bei der Blogtor zum Thriller Blutrune von Karina Reiß!

Da ich, Jasmin, selber Autorin bin, interessiert mich die Entstehung eines Romans immer brennend. Karina plauderte mit mir exklusiv aus dem Nähkästchen:

J: Die erste und wichtigste Frage: Karina, Blutrune ist dein erster Roman – wie kam es dazu?

K: Mein Mann und ich müssen seit inzwischen mehr als 5 Jahren einen Schadensersatzprozess durchfechten gegen eine Firma, die unsere Eigentumswohnung inklusive Möbel und Hausrat mit Spritzasbest kontaminiert hat. Das belastet logischerweise sehr und zusammen mit dem „normalen“ Stress als Selbständige brauchte ich dringend einen Ausgleich.

Gelesen habe ich schon immer gern, als Jugendliche auch ein paar Kurzgeschichten geschrieben und der Gedanke, mal einen Roman zu schreiben, schwirrte schon lange in meinem Kopf herum.

J: Wann kam dir die Idee?

K: Ende 2012 habe ich dann einfach mit meinem Thriller angefangen und es ist wirklich der beste Ausgleich, den ich finden konnte :-)

J: Wie war es ganz am Anfang? Hattest du überhaupt etwas vor Augen oder vielen die Ideen auf dich ein wie ein Regen? Bei manchen Autoren ist eine einzige Figur, die alles ins Rollen bringt, oder eine Szene. Hattest du einen konkreten Plan?

K: Ich wusste am Anfang noch gar nicht, wo die Reise hin geht, hatte keinen Plan für die Handlung. Wusste nur, dass es ein Thriller werden soll.

Also habe ich mit der Figurenentwicklung begonnen und Konstanze erblickte das Licht der Welt. Ich schrieb eine ausführliche Biografie für sich, führte virtuelle Interviews und schrieb sogar ein paar Testszenen, um zu sehen, wie sie so reagiert. Danach entstanden die anderen wichtigen Figuren.

J: Puh, das ist ganz schön viel Arbeit! Selbst ich habe nicht mal so viel und ausführlich am Grundgerüst gearbeitet. Sehr viele Charaktere gibt es nicht in Blutrune, aber wer war zuerst da? Konstante, Nils oder Robert? Also ich stehe ja immer auf die Typen, die eine böse und zugleich anziehende Aura ausstrahlen :D

K: Witziger weise erschuf ich Nils noch vor Robert, da er eigentlich als Antagonist geplant war, aber während der Entwicklung der Figuren entstanden nach und nach immer mehr Handlungselemente und schnell wurde klar, ich brauche einen anderen Bösewicht.

*J: Seufz – zum Glück!*

Robert habe ich dann nochmal sehr viel Zeit gewidmet. Ich wusste, dass er ein eiskalter, berechnender skrupelloser Mensch sein muss, aber ich wollte ihn nicht nur böse. Das wär mir zu eindimensional. Ich grub in seiner Vergangenheit nach Gründen, warum er diese Person geworden ist, die er heute ist.

und dann verpasste ich ihm noch ein paar positive Eigenschaften, machte ihn zu einem kinderlieben Familienmenschen, größer konnten die Gegenseite kaum sein.

Diese Arbeit an Roberts Vergangenheit brachte mich letztendlich auch ein großes Stück in der Handlung voran.

J: Ein Hoch auf Robert ;) Was hat dir dabei geholfen? Eine Idee muss versorgt und gefüttert werden, damit sie wächst und sich zeigt.

K: Während meiner Arbeit an der Handlung habe ich das Buch Kreativ mit der Matrix von Richard Norden kennen und zu schätzen gelernt und kann es hier uneingeschränkt weiterempfehlen. 

J: Das war natürlich nicht alles – jetzt ging der Wahnsinn erstrecht los. Wie sah er bei dir aus?

K: Als ich dann in etwa wusste, wie die Handlung aussehen würde, habe ich zwei, drei Mal einen groben Handlungsabriss geschrieben. Etwas kurzer und chaotischer als ein Exposé, aber es half mir, die Zusammenhänge in der Geschichte zu verstehen.

Wer es bis jetzt noch nicht gemerkt hat, wird es spätestens jetzt feststellen: ich bin ein planender Schreiben, also ein Outliner.
Denn jetzt nahm ich mir einen großen Stapel Karteikarten und legte für jede einzelne Szene im Roman eine Karte an. Da kam drauf, der Ort und die Zeit, der POV-Charakter und stichpunktartig, was in der Szene passieren sollte.

Anschließend konnte ich mithilfe dieser Karten, relativ flott die Rohfassung runter schreiben. Und damit ich meine Rohfassung auch wirklich in halbwegs akzeptabler Zeit schaffen würde, habe ich beim Camp NaNoWriMo 2013 mitgemacht. Das passte für mich zeitlich ganz gut, denn im Juli begannen dann auch die Sommerferien, somit hatte ich die nötige Zeit um große Abschnitte am Stück zu schreiben. Ich habe den Schwung aus dem Camp genutzt und weiter geschrieben bis ich dann in der zweiten Augustwoche ENDE unter meinen Text setzen konnte.

Wahnsinn, das erste Romanmansukript beendet. Das war ein sehr berauschendes Gefühl :-)

J: Die erste Etappe war somit geschafft! Und danach?

K: Danach kam erstmal die große Ernüchterung, denn als ich mit der Überarbeitung beginnen wollte, hatte ich den Zugang zu meinem Roman verloren. Ich verstand die Motivation von Konstanze nicht mehr, konnte ihre Handlungen nicht nachvollziehen, überhaupt alles schien unlogisch und ohne Spannung.

Jammern und aufgeben wollte ich aber nicht, also gab ich mir einen Ruck und schrieb nun ein richtiges Exposé. Und tadaa, plötzlich sah ich die logischen Fehler im Handlungsaufbau, konnte erkennen, wo es noch an Spannung fehlte. Im Nachhinein muss ich sagen, ich hätte das Exposé vor dem Verfassen der Rohfassung schreiben sollen. :-)

Ich gab dann zunächst nur das Exposé an meine Lektorin, um zu sehen, ob die Geschichte an sich ankommt und als sie begeistert war, habe ich mich an die Überarbeitung gemacht.

Die Unsicherheit war trotzdem noch sehr groß und meine Lektorin musste mich förmlich dazu überreden, ihr endlich meinen Text zu schicken. Aber dann war zum Glück das Eis gebrochen und nachdem ich von ihr erstes Feedback bekommen hatte, traute ich mich, die ersten Testleser einzubeziehen.

J: Oh ja, das erste Mal, wenn das eigene Baby jemand anderes sieht. Die Unsicherheit und Anspannung quält und tötet langsam jeden Schreiber – doch die Rohfassung von Blutrune kam an, sonst gäbe es das Schätzchen jetzt nicht ;) Doch nun kommt ein weiterer Meilenstein, einer, an dem viele Schreiber oft aufgeben.

K: Ja, die Überarbeitung war dann nochmal eine richtig harte Zeit. Immer und immer wieder die selben Szenen lesen, daran herum feilen, nachrecherchieren, Szenen umstellen, ganze Szenen streichen, das Feedback der Testleser einarbeiten.

Ich habe jetzt freie Minute nur noch mit meinem Manuskript verbracht. Das zieht ganz schön die Lebensgeister aus einem heraus. Ich denke hier zeigt sich auch, ob Schreiben wirklich eine Leidenschaft ist oder nicht. Ich habe nie den Spaß an der Arbeit verloren und bin unglaublich froh darüber, zum Schreiben gefunden zu haben.

J: Eine Frage stellte sich mir beim Lesen: Warum ausgerechnet Rizin als Mordwaffe?

K: Die Kombination aus medizinischen Aspekten und Biowaffen in einem Thriller haben mich einfach fasziniert. Die ganze Recherchearbeit im Bereich Rechtsmedizin war für mich sehr interessant und hat großen Spaß gemacht.

J: Apropo Recherchen: Woher kamen die Recherchen z.B. zum SEK und auch Waffen, Vorgänge usw? Beziehungsweise: wie hast du dir dieses Wissen angeeignet?

K: Es war sehr umfangreich, sich alles anzueignen. Zum einen natürlich über das Internet. Unglaublich was man da schon alles findet. Ich habe mir medizinische Leitlinien heruntergeladen, Gesetzestexte und eine über 300seitige Broschüre des Robert-Koch-Institutes. Außerdem habe ich mir Bücher zum Thema Rechtsmedizin und Polizeiarbeit gekauft und Dokumentationen zum SEK angeschaut. Mit der Waffenkunde hat mir mein Mann weiter geholfen und ich hatte noch einen Polizeibeamten im Bekanntenkreis, den ich mit Fragen löchern durfte.

J: Das ist wirklich umfangreich und bestimmt auch anstrengend. 

K: Ja die Recherchen haben so ihre Zeit gedauert, aber es war sehr, sehr interessant.

J: Abgesehen vom Inhalt eines Buches ist das Cover enorm wichtig. Dies springt als erstes ins Auge und ich liebe es, wenn das Cover auch die Handlung wiederspiegelt. Wie sah es bei Blutrune aus?

K: Das Cover habe ich selbst gestaltet. Ich stöberte in Buchhandlungen und sah mir unzählige Thriller-Cover an, versuchte herauszubekommen, wie sie entstanden sind, was das gemeinsame Merkmal ist, woran man den ersten Blick einen Thriller erkennt und habe schließlich versucht, all das umzusetzen.

J: Wie bist du eigentlich zu den Namen gekommen? Meine haben immer eine Bedeutung, die ihre Charaktere auszeichnet.

K: Die Namen habe ich ganz spontan und unspektakulär aus dem Telefonbuch. Ich habe ein wenig darauf geachtet, dass sie zur jeweiligen Region passen, woher die Leute herkommen Für jede Figur hatte ich dann mehrere Möglichkeiten und habe dann mein Bauchgefühl bestimmen lassen.

J: Es hat sich gelohnt. Normalerweise bin ich ja gar kein Fan von Krimis und Thriller – ja, ich habe einen geschribenen, sehr widersprüchlich, ich weiß, aber dank Blutrune habe ich nun Blut leckt und ich danke, dass ich hier für alle Leser spreche: wird es eine Fortsetzung geben?

K: Thriller ist ja auch nicht gleich Thriller, es gibt da soviele Unterschiede...ich mag auch nicht jeden Thriller ;) Ich habe Seelenbrecher von Sebastian Fitzek gerade gelesen bzw. als Hörbuch gehört...musste ein zweites mal anfangen, da ich immer Probleme habe, bei Fitzek reinzukommen.

Yep, der zweite Teil ist schon in Arbeit und der dritte in Planung.

J: Toll! Natürlich bin ich jetzt ganz heiß ;) Hättest du vielleicht ein paar Tipps für uns, was uns bald erwarten wird?

K: Im Band zwei wird es um illegale Medikamententests in einer Psychiatrischen Klinik gehen und beim dritten Teil weiß ich zumindest schon mal das „Mordwerkzeug“.

J: Das versüßt die Wartezeit und spannt uns ebenso auf die Folter *lach*.

Was würdest du, eventuell, beim nächsten Roman nicht machen?

K: Ich würde beim nächsten Roman nicht mehr ganz so viel Zeit in die Planung stecken (Zum Glück bleiben ja einige Figuren erhalten ;-)) Ich werde auch versuchen, beim nächsten Roman den Leser etwas länger über den Täter im Ungewissen zu lassen (wobei bei einem Thriller ja ruhig der Täter von Anfang an bekannt sein darf).

J: Ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird und freue mich!

Vielen Dank Karina für dieses Interview!



Natürlich war's das jetzt aber nocht nicht ;) 


Denn am Ende der Blogtour wird es natürlich auch etwas für euch zu gewinnen geben:

1. Preis – ein signiertes Taschenbuch Blutrune inklusive Lesezeichen 
2. Preis – ein eBook Blutrune 
3. Preis – eine exklusive Blutrune-Tasse inklusive signiertes Lesezeichen



Frage: Was ist die Mordwaffe in Blutrune?


Die Teilnahme am Gewinnspiel ist ganz einfach: 
Zu jedem Beitrag wird es eine kleine Frage geben, die ihr in den jeweiligen Kommentaren beantworten sollt. Mit jeder Antwort sammelt ihr je ein Los für den Gewinnspieltopf. Somit könnt ihr insgesamt acht Lose sammeln und damit eure Gewinnchancen erhöhen. 
Ihr habt bis zum 28. Februar 2015 23:59 Uhr Zeit, die Fragen zu beantworten. 
Am 1. März 2015 lose ich (Karina) dann die drei Gewinner per random.org aus und wir geben sie auf allen teilnehmenden Blogs sowie hier bekannt. 



Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung der Sachpreise ist nicht möglich und der Versand der Gewinne erfolgt auf dem Postweg bzw. per eMail. Das Gewinnspiel kann ohne Angabe von Gründen vorzeitig beendet werden. Ein Gewinnanspruch besteht nicht. Die Teilnehmer erklären sich hiermit einverstanden, im Falles des Gewinns auf dieser Webseite und den anderen teilnehmenden Blogs namentlich genannt zu werden. Die Daten werden nicht an dritte weiter gegeben und nach dem Gewinnspiel gelöscht.

8 Kommentare

  1. Guten Morgen die Mordwaffe ist Rizin. Liebe Grüße Manuela

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  2. Guten Morgen
    das ist ja al Interessant.
    Mordwaffe Rizin
    Liebe Grüße
    Ute

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  3. Guten Morgen
    Das nenne ich mal ein sehr interesantes Interview.
    Die Mordwaffe ist Rizin
    Lieben Gruss
    Katja

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  4. Hallo,

    tolles Interview :) Die Mordwaffe ist Rizin.

    LG
    SaBine

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  5. Gratuliere! Sehr aufschlussreiches Interview ohne Selbstbeweihräucherung und Eitelkeit. LG Klaus Kurt

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  6. Huhu :-)
    Wow, ein tolles Interview :-) Rizin ist dir Mordwaffe.
    Lg Lina (Santina)

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  7. Huhu Jasmin,

    wow, was für ein tolles Interview.
    Rizin als Mordwaffe, sehr außergewöhnlich :D

    Lieben Gruß, Yvonne
    yvonne.rauchbach@freenet.de

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  8. Hey,
    die Mordwaffe ist "Rizin".
    Vom Hörensagen kenne ich nur Rizinusöl, was - in großen Mengen - vielleicht auch eine lebensabführende Wirkung hat. ;)
    Viele Grüße, Emmi

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